Zeit nehmen
fürs „Nichtstun“

Wir haben eine Putzfrau, essen Fast-Food, organisieren alles in einem Terminkalender und sind trotzdem immer in Eile. Sogar wenn wir uns mit Freunden treffen, fühlen wir uns gehetzt und unruhig.

Wir haben verlernt zu genießen, zu entspannen und alleine zu sein. Die Freizeit wird organisiert wie ein Job und abends werden im Bett noch das letzte Mal die Mails gecheckt. Haben wir eine Minute Pause ist es der Griff zum Handy, der uns vom Nachdenken abhält. Unser Kopf hat nie Pause. Wir haben verlernt, innezuhalten und unser Leben zu genießen. Die Lebensqualität leidet enorm darunter. Die Lösung lautet: Energieräuber entlarven und bewusste Pausen für Körper, Geist und Seele schaffen. Ohne Musik, ohne Handy, ohne Freunde – einfach Zeit für eigene Gedanken und Gefühle, Zeit für das Nichtstun.

Muss ich oder lass ich es?

Oft erkennt man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Zu viele Freizeittermine und Verabredungen verursachen Stress. Eigentlich sollten sie den Geist entspannen und unser Leben bereichern. Hat man aber zu viele davon, belasten sie uns und wir fühlen uns erschöpft. Soziale Kontakte können nicht mehr geschätzt werden, sondern werden als Pflicht abgestempelt.

Im ersten Schritt muss man erkennen, ob wirklich alles, was am Tagesplan steht, notwendig ist. Ist es wirklich notwendig, noch bei der Schwiegermutter vorbei zu hetzen bevor man ins Theater geht? Manche Dinge können wir gar nicht genießen, weil zu viele andere Pläne den Kopf belasten und man in Gedanken schon beim nächsten Termin ist. #

Der Clou: Einfach Dinge mal nicht tun. Überlege am Morgen was du diesen Tag getrost sein lassen kannst. Vielleicht kann man den Kaffee mit der Freundin verschieben und sich den Feierabend für sich alleine gönnen. Statt ins Kaffee zu hetzen besser einen Spaziergang machen und die eigenen Gedanken sortieren. Nimmt man sich solche Auszeiten, freut man sich umso mehr über Verabredungen und private Termine und kann diese auch richtig genießen.

Versteckte Zeitfresser erkennen

Wo ist nur der Tag geblieben?

Nach der Arbeit noch schnell den Haushalt machen und dann erschöpft ins Bett fallen, ohne auch nur eine Sekunde innegehalten zu haben – das ist für viele der Alltag, denn es fehlt die Zeit. Nur wo haben wir sie verloren? Schreibe deinen Tagesablauf minutiös auf. Wie viel Zeit verbringst du im Internet mit planloser Recherche? Wie viel Zeit mit dem Suchen von Dingen?

Die Lösung lautet: Pläne schreiben. Notiere dir mehr. Wenn du immer wieder Rezepte im Internet suchst verschwendest du viel Zeit. Notiere diese gleich in ein Kochbuch – das nächste Mal hast du alles schneller bei der Hand. Um keine Stunden mit dem Suchen von Dingen zu verbringen, schaffe am besten für alles einen festen Platz. Handy und Schlüssel immer an den gleichen Platz legen!

Auch am Wochenende, wenn wir eigentlich Zeit haben sollten, fragen wir uns, wo sie geblieben ist. Wie oft lungern wir vor dem Fernseher und zappen durch die Programme, ohne wirklich bewusst eine Sendung zu sehen? Statt diesem „Verstreichen-Lassen“ der Zeit, sollten wir sie bewusster verbringen. Und damit ist nicht die Zeit zu verplanen gemeint. Nein. Einfach bewusst entscheiden, dass der Abend uns gehört und wir uns ausgiebig um uns selbst kümmern. Bewusst für eine Sendung entscheiden, die interessant ist, oder bewusst auf den Balkon setzen und ein Buch lesen. Der Körper kann auf Entspannung schalten und wir bemerken unsere Freizeit.

Das Nichtstun wieder lernen

Nichtstun überfordert uns.

Warten wir auf den Bus oder machen wir eine Kaffeepause, ist bei vielen der Griff zum Handy vorprogrammiert. Zuhause wird zum Mittagessen der Fernseher eingeschaltet, um beschäftigt zu werden. Das Nichtstun haben wir verlernt. Und unser Gehirn ist damit überfordert. Selbstreflexion und Tagträumen können viele nicht mehr zulassen.

In der freien Zeit hätte man die Zeit, sein Tun zu hinterfragen und Zweifel aufkommen zu lassen – also lieber die Mails checken. Wenn du das nächste mal auf den Bus wartest, einfach mal den Blick schweifen lassen. Die Leute beobachten und NICHTS tun.

Müßiggang kann wieder erlernt werden. Und gönnt man seinem Kopf eine Auszeit, nimmt man ein paar Dinge nicht so wichtig und sagt Verabredungen auch mal ab, um einen Abend für sich zu haben. So kann man die Freizeit wieder genießen und schafft die Arbeit entspannt und konzentriert.

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